„The U-Files“- Schnipselgeschichte von mir :)

Hallo meine Lieben!

Mit etwas Verspätung kommt heute meine Geschichte zu den Schnipseln der U-Files: Die Einhorn Akten. Ich bin sehr gespannt, wie euch meine „Kurzgeschichte“ gefällt. Ich hätte noch Stunden weiter schreiben können, da mir immer mehr Ideen kamen ???? Die Zitate der lieben Autoren sind farblich markiert. Ich habe den Schnipsel von Valeria Kristin einzig angepasst, indem ich aus der Ich-Form in die Er-Form wechselte, da die restlichen Schnipsel in dieser Form verfasst sind.

Die schwindende Magie

Es war ein Tag wie jeder andere für Samuel. Die wenige Freizeit, die er hatte verbrachte er gerne außerhalb der Stadt.

Abgesehen von diversen Reisen in die drei Nachbarstädte, denen er in seiner Funktion als Leibgarde des Königs von Ludvijen beigewohnt hatte, war er nie weit von den Mauern seiner Heimatstadt weggekommen. Da wollte er sich ganz gewiss nicht auch noch in seiner spärlichen Freizeit mit deren Belangen oder gar seiner Arbeit beschäftigen. Viel lieber sah er zu, wie über ihm eine Gruppe Schwalben durch die Lüfte tanzte und sich die Farbe des Himmels in aller Seelenruhe verdunkelte. Der schwarze Schatten, der für den Bruchteil einer Sekunde durch sein Sichtfeld huschte, entging ihm dabei gänzlich. Die sich ihm kurz darauf vom Waldrand aus nähernden, bedächtigen Schritte bemerkte er jedoch sofort, richtete sich verwundert auf und fand sich einem Wesen gegenüber, dessen Besuch ihm ausgerechnet jetzt unwillkommener nicht sein konnte. (Tanja Hammer)

Er konnte es in den Augen sehen. Eine alte Magierin. Sie schaute ihn einige Zeit skeptisch an und neigte ihren Kopf dann zur Seite: „Du bist einer von Ihnen.“

„Einer von ihnen? Von wem?“ Die alte Frau erschien ihm verwirrt, aber auch sie trug das gleiche Zeichen der Magie, wie er in sich. Jahrelanges Training haben es möglich gemacht, dass sein Zeichen nicht offensichtlich war. Seine Augen strahlten nur in wenigen Momenten die smaragdgrüne Farbe aus. Die restliche Zeit hatte er einen Schein über seine Augen gelegt und es war kaum einen Augenschlag wert diesen zu erhalten. Diese Übung hatte er schon in jungen Jahren von seiner Mutter beigebracht bekommen. Magier sind selten und wertvoll, doch leider werden ihre Fähigkeiten oft missbraucht. Daher hat sie ihn gelehrt sich zu schützen. Nur hier, in der freien Gemarkung um die Stadt herum und in voller Entspannung ließ er diesen Schein fallen. Sie musste es also gesehen haben.

„Sie meinen die Magier, meine Dame?“ Er schaute sie erwartungsvoll an und wartete.

„Ja und nein. Dass du ein Magier bist, konnte ich sehen, aber auch fühlen. Du bist etwas Besonderes. Wieso trägst du deine Magie nicht stolz, sondern verbirgst sie?“

„Weil Magie nicht nur gut sein kann, sondern auch schlechte Dinge hervorrufen kann.“

„Du wirst sehen. Dir ist noch Großes bestimmt, doch gibt acht auf dich und verlasse nicht deinen Pfad.“ Weiteres bekam er von ihr nicht zu hören, denn sie drehte sich um und ging. Auch einen Ruf von ihm beantwortete sie nicht mehr.

Sam, so nannten ihn seine Freunde, wunderte sich. Was war das gewesen? Nun gut, so schnell erhielt er bestimmt keine Antwort darauf. Die Sonne sank bereits am Horizont. Es war somit Zeit wieder in die Stadt zurück zu kehren bevor die Tore geschlossen werden. Kaum dass er das Stadttor passierte, lief der Lehrling der Garde auf ihn zu: „Sir! Ich weiß ich soll sie an ihrem freien Tag nicht behelligen, doch der König verlangt nach Ihnen und Meister Damian ist bei ihm.“

Sam seufzte auf und erwiderte: „Ist schon in Ordnung, Torian. Aber du weißt, du sollst nicht Sir zu mir sagen. Wir sind Kollegen, auch wenn du noch in der Lehre bist. Ich werde direkt zum Schloss gehen.“

So sprach er und wandte sich in die entgegengesetzte Richtung seines Heimes. Der Dienst begann normal zu geregelten Zeiten, außer es kam auswärtiger Hoheitsbesuch oder sein Herr verreiste in eine andere Stadt, was zum Glück selten geschah. Aber wenn nach ihm verlangt wurde, musste er folgen.

Im Schloss wurde er in das Arbeitszimmer des Königs geführt, wo ihn Meister Damian, der leitende Magier und König Thorus erwarteten. Sie ließen ihn Platz nehmen und dann fing ungewöhnlicher Weise Meister Damian an zu sprechen.

„Sir Samuel, ich kenne dich bereits seit kleinen Tagen und habe den Wunsch deiner Eltern immer respektiert. Natürlich ist es uns und dem König bekannt, dass du aus einer alteingesessenen Magierfamilie stammst und dass du diese Genetik in dir trägst. Du bist immer positiv aufgefallen, da du deine Magie zu keinem Zeitpunkt zum Nachteil eines anderen Wesens eingesetzt hast oder dir einen Vorteil verschaffst hast. Genau deswegen sehen wir uns heute gezwungen uns an dich zu wenden.“

Sam schaute ihn verwundert an. Ja, er kannte ihn bereits seit Kindesbeinen, aber er hatte ihn noch nie so besorgt und ermattet gesehen. Er sah aus als ob er seit Tagen nicht geruht hatte.

„Wie du wissen solltest, führen wir über die Magier, so wie auch über alle anderen Bewohner, Register. Doch seit einigen Wochen werden immer mehr Kinder als vermisst gemeldet. Auffällig ist es, dass es fast nur Magier sind. Bisher war jeder Versuch erfolglos sie wieder aufzuspüren. Selbst mit Magie.“

„Was habe ich damit zu tun? Ich bin ein eher unbedeutender Magier, ich bin darauf spezialisiert den König zu verteidigen.“

Thorus ergriff das Wort: „Genau aus diesem Grund wende ich mich an dich, alter Freund. Du hast mir bereits in mehreren Situationen geholfen und immer Ruhe bewahrt. Wir können es nicht dulden, dass unsere Kinder verschwinden und es scheint sich gezielt auf magische Kinder zu richten. Wir möchten, dass du dich auf die Suche nach den Kindern begibst. Du bist in Fährtenlesen, Magie und den Kampfkünsten ausgebildet worden. Da du ein herzensguter Mensch bist, denke ich du bist die perfekte Wahl dafür.“

Sam war sehr erstaunt. Ihm war bewusst, dass er ein geschätztes Mitglied der Garde ist, aber ein Sonderauftrag und dann ein solcher, ist eine besondere Ehre. Gleichermaßen kann es jedoch auch eine Bürde sein. Eine besondere Beauftragung durch die höchsten Personen seines Landes lehnte man nicht ab.

Das Gespräch wurde fortgesetzt und weitere Einzelheiten besprochen. Sam sollte am nächsten Morgen in aller Frühe Aufbrechen und zum nördlichsten Wald des Landes reiten, denn dort fingen die ersten Vermisstmeldungen an.

Nach einer Reise von zwei Tagen befand er sich im letzten Gebirge vor dem Wald. Heute musste er in einem Gasthaus nächtigen, da das letzte Bad bereits zu lange her war und ein richtiges Bett die nötige Ruhe für den restlichen, den beschwerlichsten Teil der Reise, vorteilhaft war.

Das Gasthaus am Ende des Weges hatte nicht den besten Ruf im Land. Ihm reichte es jedoch völlig aus. Außerdem hießen wenige Gäste mehr Ruhe. Die Gastwirtin bediente ihn und warf ihm immer wieder skeptische Blicke zu, die er nicht einzuordnen wusste.

Dann kam sie zu ihm: „Sir, ihr Pferd scheint zu lahmen. Unser Stallbursche hat mir diese Nachricht eben überbracht. Sie mögen bitte in die Stallung gehen.“

Da Sam gerade seine Mahlzeit beendet hatte, legte er einige Stücke Gold auf den Tisch und ging direkt in die Stallung. Bei der Box seines Pferdes angekommen, warf er einen Blick hinein. Lazar stand ruhig an der Seite und fraß das Heu, welches der Stallbursche ihm gebracht haben musste. Er belastete seinen rechten Hinterfuß jedoch nicht. Er öffnete das Tor, trat hinein und ging ruhig auf seinen Freund hinzu. Dann tastete er den Huf ab und fühlte die Erhitzung im Gelenk. „Pech muss man haben,“ dachte er sich. So soll es sein, dann muss er seinen Weg morgen zu Fuß fortsetzen. Es kam für ihn nicht infrage, das Tier kaputt zu reiten.

In aller Frühe brach er zur letzten Etappe der Reise auf. Das Pferd ließ es bis zur Rückreise in den Händen des Stallburschen. Er wusste, dass er durch mehrere verlassene Dörfer musste, bis er in dem äußersten Dorf des Landes angekommen war. Es grenzte an den Niemands-Wald. Er hat seinen Namen erhalten, weil niemand wem er gehört oder was dort passiert weiß. Die Landesgrenze ist sowohl von seiner als auch von der nachbarlichen Seite jeweils am Rande des Waldes, sodass da dazwischen der Niemands-Wald liegt.

Circa zwei Stunden vor Ankunft in dem Dorf befand er sich gerade in einer fast zerfallenen Siedlung. „Was die Menschen wohl dazu getrieben hat diesen Ort zu verlassen?“ Er sprach mit sich selbst, denn normalerweise war sein Pferd ein treuer Zuhörer. Er schaute sich interessiert in dem Ort um bis er Schritte hinter sich hörte. Er dreht sich abrupt um.

Dort stand die Alte hinter ihm. Sie zeigte ihm mit dem Finger an, dass er ihr folgen sollte. Er tat dies, wenn auch mit einem unguten Gefühl. Wie konnte diese Frau den Weg hierher zurückgelegt haben außer mit Magie. Sie musste also mächtig und geübt in der Anwendung der Magie sein.

Sie führte ihn zu ihrem Haus. Eines der wenigen, welches noch vollkommen intakt schienen. Drinnen angekommen bot sie ihm eine Milch an.

Er setzte den Krug an die Lippen und trank ihn mit einem Zug zur Hälfte aus. „Hast du Honig?“ Das Gesicht der Alten verfinsterte sich. „Ihr kommt, um mich zu töten, trinkt vorher meine Milch und verlangt noch Honig dazu?“ „So wie ich das sehe, hast du einen Auftrag für mich. Und der lautet: Findet den wahren Grund für das Verschwinden der Kinder. Bezahlen kannst du mich nicht, das sehe ich ebenfalls.“ (Matthias Ramtke)

Erstaunt schaute er vom Krug auf. „Was?“ rutschte ihm entsetzt hervor. Ich habe keinerlei Absicht sie zu töten. Ich weiß nicht einmal wer sie eigentlich sind. Ja, ich habe einen Auftrag. Aber ich soll diesen ausführen und nicht sie beauftragen. Ich kann niemanden bezahlen, aber ich will auch niemanden beauftragen.“  Er fand, dass die Situation von Sekunde zu Sekunde komischer wurde. Er spürte, dass sie ihre Magie aufweckte. Was hatte diese Frau nur vor?

Dann geschah es. Sie schoss mit ihrer Magie auf ihn. Die Funken stoben aus ihren Händen. Gerade noch rechtzeitig und dank seiner Mutter, schob er ein magischer Schutzschild hervor. Die Funken prallten ergebnislos ab und zerplatzen. Dabei verbrannte die Frau sich an einigen Stellen. Als Magierin jedoch würde sie schnell heilen.

Er sprang auf und wollte vor der Frau, die mittlerweile wirr schrie, fliehen. Sie durchbrach jedoch sein Schild und warf sich in seine Richtung. Er sah sich gezwungen sie und ihre Magie mit seiner eigenen Magie abzuwehren. Er zog den Schild um sich herum und schoss einen kleinen Nebel auf sie, um sie zu verwirren. Er wollte sie nicht verletzten. Er schob sich aus der Tür und verriegelte diese magisch. Die Alte schrie immer lauter und ihre Magie waberte frei durch den Raum. Die enorme Energie erzeugte eine solche Wärme, dass sie das Haus in Flammen setze. Sam drehte sich um und rannte weg.

Sein Auftrag war wichtiger, selbst mit seiner Magie hätte er ein solches starkes magisches Feuer nicht löschen können. „Was hat diese Frau nur so werden lassen?“ fragte er sich.

„Der Einsatz der Magie hatte noch etwas mehr an seinen Kräften gezehrt. Daher blieb er weiter in dem muffigen Gebäude sitzen. Mit kindlicher Begeisterung beobachtete er die kleinen Staubpartikel, die in dem kalten Sonnenstrahl, der durch ein Loch in der gegenüberliegenden Wand drang, tanzten. Sie reckten sich in die Höhe, sanken elegant wieder zu Boden, nur um erneut ihren Tanz zu beginnen. Hätte er nicht etwas zu tun gehabt, er wäre noch eine ganze Weile hier sitzen geblieben, aber er wollte bald den Wald erreichen.“ (Valerie Kristin)

Er schlief ein und träumte etwas Komisches. Sam war nicht wirklich gläubig, er glaubte nicht ein einen speziellen Gott. Er bestritt jedoch auch nicht völlig die Existenz eines solchen Gottes. Im Traum befand er sich auf einem endlosen Weg und lief und lief. Er fand einfach keine Spur der Kinder und fing an zu verzweifeln. „Wenn es schon einen Gott gibt, warum kann er mich nicht bei einer solchen Mission unterstützen?“ fragte er sich im Traum.

Eine warme Schnauze stupste ihn an und er erwachte erschrocken aus seinem Traum. Er glaubte seinen Augen kaum.

„Ist das dein Ernst?“ deutete mit beiden Händen auf das Einhorn und starrte genervt gen Himmel. „Du schickst mir einen Gaul? Sind dir die verdammten Engel ausgegangen?“ „Niemand schickt mich!« Das Tier näherte sich ihm und bewegte dabei die Lippen. „Ich bin wie Sie, edler Herr, nicht hier und nicht da.“ (Jörg Fuchs Alameda)

Er schaut das Tier an. Huch, es sprach ja mit ihm. Das Einhorn sah seine Verwunderung und erwiderte: „Du kannst mich hören, weil du ein Magier bist und auch nur deswegen kann du sehen, dass ich ein Einhorn bin. Für normale Menschen, sehe ich aus wie ein sehr weißes Pferd. Sie sind blind für die Magie und dieser Teil von mir ist so magisch wie es nur geht.“

„Aber, wieso kommst du zu mir?“

„Samuel, kannst du dir dies nicht denken? Wir Einhörner sind seit Ewigkeiten Partner und Weggefährten von starken Magiern. Wir suchen uns unseren Reiter selber aus und binden uns ein Leben lang an ihn. Wir wissen jedoch, dass bei euch immer mehr magische Kinder verschwinden und spüren dies. Es zerrt an unseren Kräften. Es ist also zwingend notwendig, dass ich meinem Volk helfe und mit dir die Kinder rette.“

„Sie retten? Du weißt was passiert ist und wo sie sind?“„Ja. Hoffnung und Glaube ist in unserer Welt alles und gleichzeitig der Nährstoff für die Magie. Ohne weitere Partnerschaften mit Magiern sind wir gezwungen ein Leben in Einsamkeit zu verbringen, genauso wie ihr Magier. Denn nur ein Magier mit einem Einhorn, findet seine Seelenpartnerin.“

„Seelenpartnerin? Meine Mutter verwendete dieses Wort als ich klein war, aber ich habe keine Verknüpfung dazu.“
„Die Seelenmagie ist elementar. Ohne den richtigen Seelenpartner wird die Magie nicht weitergegeben und stirbt auf lange Sicht aus.“

Sam überlegte kurz: „Es heißt also, wenn ich die Kinder nicht retten kann, werde ich nie glücklich oder kann meine Magie nicht vererben?“

„Ja, doch du hast mich. Ich bin Verion, der König der Einhörner und ich werde deine Reise begleiten. Wir müssen in den Niemands-Wald und die Wege beschreiten, von denen noch niemand zurückkehrte. Steig auf und ich bringe dich dorthin.“

Sam raffte sich auf, nahm seinen Reisesack und stieg vorsichtig auf den Rücken von Verion. Sie brachen auf und hingen beide ihren Gedanken nach…

So, dies war meine Kurzgeschichte ???? Vielleicht schreibe ich bald eine Fortsetzung dazu, denn ich wollte keine geschlossene Geschichte präsentieren! ???? Was denkt ihr, wie könnte es mit Sam und Verion weitergehen? Finden sie die Kinder und retten die Magie?

Beteiligte Autoren waren:
Matthias Ramtke
Tanja Hammer
Joerg Fuchs Alameda
Valerie Kristin

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