#BookishWelcome2020 – Body Shaming

Body Shaming ist ein Begriff, der seit einigen Jahren immer mehr auftaucht und in verschiedenen Varianten existiert. In dem neusten Buch von Emma – Kakaoküsse und Weihnachtswunder – kommen Passagen vor, die mich genau auf dieses Thema bringen.

Woher kommt Body Shaming eigentlich? In meinen Augen ist es eine Krankheit unserer Gesellschaft. Und dies weltweit! Es geschieht überall, nur in unterschiedlichen Varianten, weil die „Idealwerte“ überall unterschiedlich sind. Unsere Gesellschaft suggeriert durch Werbung, Frauenzeitschriften, Männerzeitschriften verschiedene Dinge. Die einen rufen zur neusten, erfolgversprechenden Diät auf, die anderen zum idealen Weg, um ein tolles Six-Pack zu bekommen. Der Kampf gegen Cellulite. Gegen graue Haare. Gegen kleine oder große Fettpölsterchen.

Diese Liste lässt sich unendlich erweitern. Ein Ideal wird von den Medien und der Werbung erschaffen und präsentiert. Oft sind diese Ideale jedoch in Wirklichkeit bearbeitet und eine Täuschung. Alles was von diesem Ideal abweicht, wird nicht mehr als normal betrachtet.

Body Shaming gibt es, das Wissen sicher viele von euch, in unterschiedlichen Varianten. Es gibt das Verhalten von anderen Personen, die das Äußere einer Person abwerten, diskriminieren oder beleidigen – sei es offen, hinter der Hand oder gegenüber einer dritten Person. Auf der anderen Seite gibt es noch das eigene Body Shaming. Die Kritik am eigenen Körper fällt auch unter das Body Shaming. Man findet sich zu selbst zu dick, meine Augen stehen zu weit auseinander, meine Augenbreien sind zu buschig.

Ich habe es weiter oben bereits als Krankheit der Gesellschaft bezeichnet und dies vertrete ich auch als Meinung. Die Schaffung dieser Ideale führt dazu, dass Menschen sich selbst kritisieren und auch andere verbal oder teilweise körperlich angreifen.

Die Protagonistin aus Emmas Buch ist Amelie. Und Amelie selbst verfällt genau in diese Rolle. Sie selbst kritisiert sich immer wieder, wertet sich selbst herab und findet sich weniger hübsch als andere Frauen. Wieso dies so ist, mag ich an dieser Stelle wegen einem möglichen Spoiler nicht verraten. Aber es haben dritte Personen damit zu tun, sodass beide Arten von Body Shaming hier auftreten.

In meinen Augen ist dieses Thema immens wichtig und wird teilweise viel zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Es sollte kein Ideal geben. Jeder sollte so leben dürfen, wie er ist ohne von anderen gemobbt, angegriffen oder beleidigt zu werden. Es sollte keine Frau oder kein Mann sich selbst herabwerten. Dies sollte nicht einmal nötig sein.

Ja, einige von uns sind nicht perfekt, weil sie zu viel wiegen oder auch zu wenig. Andere haben vielleicht Segelohren oder eine buschige Augenbraue. Aber sind wir doch alle mal ehrlich. Schaut euch in eurem Umfeld um. Habt ihr nur Freunde, Verwandte und Bekannte, die dem Ideal der Werbung entsprechen? Vielleicht ist gerade eure beste Freundin das hässliche Entlein, aber der liebste Mensch der Welt?

Denn das ist das Wichtigste: Das Äußere entscheidet nicht über den Menschen, sondern seine Taten und sein Handeln. Das prägt das Wesen der Person und wiegt so viel mehr als die Kleidergröße 34.  Ich selbst gehöre zum Kreis der Betroffenen, ich schreibe also aus 1. Hand, das will ich aber nicht in den Vordergrund stellen. Ich kann sagen, dass ich Glück habe, dass ich mit einem guten Selbstbewusstsein ausgestattet worden bin. Mehr als schon einmal konnte ich schlagfertig reagieren. Und manch einer guckt doof, wenn auf eine „Dick will ich ja nicht sein“ – ein „Lieber dick als doof und dreist.“ Was mir da aber oft auffällt, es sind fast immer Fremde, die sich komische Bemerkungen erlauben. Traurig, aber wahr.

Also Mädels und Jungs, Kinder, Omas, Mamas und alle die da draußen sind, ich möchte euch mit Zeilen aus dem Song „Scars to your beautiful“ von Alessia Cara verabschieden.

You should know you’re beautiful just the way you are
And you don’t have to change a thing, the world could change its heart
No scars to your beautiful, we’re stars and we’re beautiful

 

 

 

 

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